XXXIII

QUIDAM PRESBITER nomine uuito · fama sciente de aduentu ungrorum uenit ad p. 500 beatam uuiboradam · dicens se Mart. Cap., De nuptiis I 2creperum sapere · tam sacrum locum umquam a paganis posse contaminari · atque hoc nefas existimari · cf. Walahfrid, Vita S. Galli I 12preces beati GALLI prius a deo pro eius emundationem exauditas · modo in eius contaminatione credere adnullari · Quem illa mox diuinis oraculis non incredulum esse monens · fugamque quantotius accelerare hortans · praedixit ei in eundo inprouisum merorem propter eius incredulitatem prouenire · Quod et factum est ·

Iuvenal. I 3,10Postquam tota domus reda componitur una ·

quendam puerum impositę suppellectili supersedep. 501re fecerunt · En subito nescio quo casu reda subuersa est · et puer qui dudum supersedens impositam suppellectilem premebat · diffidebat aliquantisper huius impressione uiuus euadere · Tunc illi quasi exanimati maxime propter puerum · redamque cum impositis reponderantes · inuenerunt puerum in periculo sanum · Presbiter autem animo recolligens sibi praedictum merorem · non solum fit credulus omnium quę sancta uirgo praedixerat · uerum etiam glorificauit deum · qui ei tale donum prophetiae conferre dignatus est · Mox igitur p. 502 męrore gaudio propulso · lęto cursu ad castellum peruenit ·

Ein Priester namens Wito kam, als das Gerücht schon von der Ankunft der Ungarn wußte, zur seligen Wiborada und sagte, er ʻhalte es für dunkelʼ, ʻob ein so heiliger Ort je von Heiden befleckt werden könneʼ, und es sei als Frevel anzusehen, wenn man glaube, daß die Bitten des heiligen Gallus für dessen Reinigung, die Gott früher erhört habe, nun zu seiner Befleckung wirkungslos gemacht würden. Diesen ermahnte sie sogleich, göttlichen Prophezeiungen gegenüber nicht ungläubig zu sein, und forderte ihn auf, sich so schnell wie möglich auf die Flucht zu begeben. Sie sagte ihm voraus, daß sich wegen seiner Ungläubigkeit noch auf dem Weg eine unerwartete schmerzliche Begebenheit ereignen würde. Und das geschah auch. Nachdem ʻder Hausrat auf einem Wagen verstaut warʼ, ließen sie einen Jungen sich auf das geladene Hab und Gut setzen. Und plötzlich stürzte durch irgendeinen Umstand der Wagen um, und der Knabe, der eben noch den geladenen Hausrat gedrückt hatte, zweifelte eine Weile, ob er aus dessen Druck mit dem Leben davonkäme. Da richteten sie fast besinnungslos, vor allem wegen des Knaben, den Wagen mit der Ladung wieder auf und fanden ihn trotz der Gefahr gesund. Der Priester aber erinnerte sich im Geist an den ihm vorausgesagten Schmerz und ward nicht nur gläubig gegenüber allem, was die heilige Jungfrau vorausgesagt hatte, sondern pries auch Gott, der geruhte, ihr ein solches Geschenk der Prophetie anzuvertrauen. Bald aber, nachdem der Schmerz durch Freude vertrieben war, gelangte er in glücklicher Fahrt zur Burg.

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emendatione B; commendatione C.