QUADAM IGITUR NOcte · uidit beata Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Gallus
Burchardus (Purchardus) dux Alamannorum
Burchardus (Purchardus) dux Alamannorum
Gallus
Gallus
Engilbertus (Engelbertus) abbas
Quid nunc? Quid conaris? Nonne si accipisy fies periurus? Contine obsecro manus · Dic ut magne uirtutis hominem decet
· Gratam duco fratres uestram clientelam · diues uoluntas gratior est munere ·
munus non sperno · tollens relinquo · Penitet me scelerum · fui praedo hactenus in
seruos sancti Gallus
Si scires Herimannus coenobita S. Galli
Heinricus I., Saxonicus, rex
Si uis amicus esse huius saeculi · quid mihi tunc tecum · cum constituaris inimicus esse dei? Perge perge · non adicio uerbum · Cerneres illum tot periuria non uereri · sed incunctanter utrasque manus in eius susceptionem p. 489 extendentem · Ut gratificatur · quotiens inter manus libratur · quam diuersi pretii a circumstantibus estimatur ·
Igitur inde se domum proripiens · Reginlinda, uxor Burchardi ducis
Italia; Italien
Gallus
Ramoth Galaad
Achab rex
Naboth Israelita
Michaeas
Reginlinda, uxor Burchardi ducis
Burchardus (Purchardus) dux Alamannorum
Saffira
Eines Nachts sah die selige Wiborada im Traumbild den heiligen Gallus in schmutzigen und zerrissenen Kleidern. Und als sie stutzte und ihn fragte, was er hinter dieser Erscheinung verberge, hörte sie, wie er sich über die Plünderung von Kirchengut und die Knechtung seines Volkes beklagte, und daß er die Ausführung dieses Verbrechens dem oben genannten Herzog der Alemannen vorwerfe. Nach kurzer Zeit kam derselbe Herzog zum Kloster und wurde sofort von ihr gerufen. Als er kam, tadelte sie ihn sehr wegen seiner Hartnäckigkeit im Unrecht und erzählte ihm ihre Vision der Reihe nach. Sie fügte hinzu, wenn nicht die Risse im Kleid des heiligen Gallus durch angemessene Buße wieder geflickt würden, schwebe sein Leben in Gefahr. Jener aber nahm ihr Scheltwort wie ein ʻSamenkorn, das auf felsigen Grund fälltʼ, freudig auf, von dem er bald wieder weichen sollte, da er keine Wurzel hatte für die Zeit der Versuchung, und er schwor unter Eid, sich gegenüber dem Vergangenen zu bessern und sich solcher Taten in Zukunft zu enthalten. Dem entgegnete sie: «Die Probe auf deinen Eid wird nicht lange aufgeschoben: Mönche des Mannes, von dem wir jetzt sprechen, haben sich überlegt, wie sie die Härte deines Wesens gegenüber ihren Angelegenheiten besänftigen könnten und haben beschlossen, dich mit einem vollendeten Kelch aus Gold zu beschenken. Und du weißt, daß ein so armer kleiner Ort durch ein solches Geschenk erschöpft wird, zumal, weil er jetzt wie gesagt bekanntermaßen weiter draußen von dir verwüstet wurde. Wage nicht, diesen Kelch anzunehmen, wenn dir dein Leben lieb ist!» Jener nun bestätigte, als ob er vor ihren Worten zurückschreckte, wiederholt sein Gelöbnis, daß er von nun an nicht nur nichts vom Besitze des heiligen Gallus annehmen, sondern auch denen, die unvernünftig davon Gebrauch machten, mit allem Eifer entgegentreten werde. Mit diesem Wort also ging er von ihr weg und kam zum Kloster. Von den Brüdern wurde er aber empfangen, wie geschrieben ist: ʻDer Schrecken der Reichen fordert für sich Ehrerbietungʼ. Selbst der Abt Engelbert erzitterte vor seiner Zwingherrschaft und begab sich auf die Flucht. Da dieser aber am anderen Tag wieder weggehen wollte, sprachen die Brüder den Segen und boten ihm das von der seligen Jungfrau vorhergesagte Geschenk.
«Was nun? Was zögerst du? Wirst du nicht eidbrüchig, wenn du annimmst? Laß die Finger davon, ich bitte dich; sprich, wie es einem Manne von großer Tapferkeit zukommt: ʻEure Gefolgschaft ist mir lieb, Brüder, aber ein reicher Wille ist höher zu schätzen als das Geschenk; das Geschenk verachte ich nicht, ich nehme es an und lasse es doch hier. Es reut mich meiner Untaten. Ich war ein Räuber bisher gegenüber den Knechten des heiligen Gallus. Daher muß ich eher sein Kirchengut vermehren als es schmälernʼ.»
«Wenn dir, Bruder, die unausweichlichen Pflichten der Fürsten dieser Welt ein Begriff wären, dann würdest du dir freilich solchen Rat sparen. Denn ich bin ʻeiner Macht unterstelltʼ und muß mit einem solchen Geschenk vor die Augen des Königs, meines Herrn, treten. Und auch die umfangreiche militärische Rüstung duldet nicht, daß nur Weniges für ihren Aufwand zur Verfügung steht, auch der Sold muß den Soldaten großzügig bezahlt werden. Und außerdem sprengen die Dinge jedes Maß, die häufig die Freunde dieser Welt zwingen, die Gerechtigkeit Gottes zu übertreten».
«Wenn du ein Freund dieser Welt sein willst, was habe ich dann mit dir zu schaffen, da du damit ein Feind Gottes bist? Mach nur so weiter, ich sage kein Wort mehr!» Man hätte sehen können, wie jener den Eidbruch nicht fürchtet, sondern, ohne zu zögern, beide Hände zur Entgegennahme des Geschenkes ausstreckt! Wie es ihm ausgeliefert wird, wie oft es in den Händen gewogen wird, welch unterschiedlichen Wertes es von den Umstehenden geschätzt wird!
Dann machte er sich von dort nach Hause auf, erzählte seiner Frau der Reihe nach, was ihm die selige Jungfrau gesagt hatte, und zeigte ihr den Kelch. Und schon im Aufbruch zum Krieg nach Italien bat er sie, ihn dem heiligen Gallus zurückzuschicken, wenn der Tod seiner Rückkehr zuvorkomme. So ging auch nach Ramoth in Galaad der, der sich am Eigentum des Israeliten Naboth vergriffen hatte [Achab], und mußte auf diesem Marsch erfahren, daß der Herr durch den Mund des Micheas gesprochen hatte. Denn unverhofft fiel er [Burchard] in eine Grube und so wurde er durch ein gleichsam vorausgesagtes Ende der Übel aus unserer Mitte weggenommen, um freilich im See des ewigen Elendes die seiner Schlechtigkeit angemessene Belohnung zu empfangen. Als seine Ehefrau aber von seinem Tod erfuhr, schickte sie den Kelch, wie sie gebeten worden war, dem Kloster zurück, eine mit kostbaren Steinen besetzte Hostienschale aber behielt sie zurück — o betrügerische Saphira! — und gab eine andere viel geringere für jene.
- r
- multum C.↩
- s
- suae add. C.↩
- t
- ex tranctantes corr. A.↩
- u
- de auro deest C.↩
- v
- non add. Boll.↩
- w
-
egilbertus B;Engilbertus (Engelbertus) abbas
0934-08-13egibertus C.↩Engilbertus (Engelbertus) abbas
0934-08-13
- x
- tyrandinem A.↩
- y
- accipies C.↩