XIX

EUOLUTIS UERO PEne quatuor annorum circuliss · praedictus constantiensis praesul ad coenobium sancti GALLI uenit · Beata autem uuiborada cf. Lc 10,38-40quę cum martha iam diu stetit · in actiua uita laboriose decertans · iuxta pedes domini cum maria considere desiderans · quatinus peccatis et uitiorum tumultibus libera · optata in christo mentis quiete perfrueretur · postulauit ab eo sibi domicilium alterari · et utt breuiter eius desiderium prosequar · secretum clausulę concupiuit · Qui studens omnibus modis ei morigerare · p. 446 iussit ei desideratum domicilium prope basilicam sancti magni construi · atque in sacrosanctou die pentecostes · copiosa multitudine cum diuinis laudibus prosequente · deuotis precibus deo commendatam · sanctisque benedictionibus consignatam · includens abscessit · Igitur omnibus cum episcopo abscędentibus · virgo dei cogitans se locum certaminis ingressam · diuina adminicula mox oratura prosternitur · Quod fuit probabile inceptum · et memoriale exemplum dimicaturis contra uersutias antiqui hostis · Non exarmes te fortis domini bellatrix · inexpugnabip. 447li scuto ęquitatis · sciens te contra quem te munis quam cito conflicturam · Inimicus autem humanę salutis sperans se non parum promouere · si nouiter inclusam terroribus initiaret · proiecit ante eam inter preces caput hominis · ore hianti · oppido hispidum · atque ut succincte eius deformitatem includam · simile fuit proicienti · At illa immobilis in oratione persistens · atque uexillum crucis fronte figensv · omnem phantasiam inimici effugauit ·

Nachdem nun beinahe vier Jahre ihren Lauf vollendet hatten, kam obengenannter Bischof von Konstanz zum Kloster des heiligen Gallus. Die selige Jungfrau aber, die es lange wie Martha gehalten und im aktiven Leben unter Mühen gekämpft hatte, wollte nun wie Maria ʻzu Füßen des Herrn sitzenʼ, um frei von Sünden und dem Aufruhr der Laster die ersehnte Ruhe des Geistes in Christus genießen zu können. Daher bat sie ihn, ihr eine andere Wohnstatt anzuweisen, und — damit ich kurz und bündig ihren Wunsch darlege — sie wünschte sich die Einsamkeit einer Klause.

Bestrebt, ihr in jeder Weise zu willfahren, befahl er, ihr die erwünschte Wohnstatt nahe bei der Kirche des heiligen Magnus zu errichten, und am hochheiligen Pfingsttage zog eine große Menge unter dem Lobe Gottes hinter ihnen her, als er die mit demütigen Bitten Gott Anempfohlene und mit heiligen Segnungen Geweihte einschloß. Dann ging er fort.

Als dann alle mit dem Bischof weggegangen waren, dachte die Jungfrau Gottes daran, daß sie den Ort der Entscheidung betreten habe, und warf sich bald nieder, um die Hilfe Gottes zu erflehen. Das war ein rechtes Beginnen und ein denkwürdiges Beispiel für die, die gegen die Ränke des alten Feindes kämpfen wollen. — Du tapfere Streiterin Gottes, lege nicht den unbezwinglichen Schild der Gerechtigkeit ab, da du weißt, daß du sogleich mit dem, gegen den du dich wappnest, wirst kämpfen müssen! Der Feind aber des menschlichen Heiles hoffte, er erreiche nicht wenig, wenn er die eben Eingeschlossene durch Schrecken bedränge, und warf vor sie mitten unter ihren Gebeten den Kopf eines Menschen mit klaffendem Mund, ganz struppig und, um kurz seine Häßlichkeit zusammenzufassen: dem Werfer ähnlich. Aber sie verharrte ungerührt im Gebet, heftete das Kreuzzeichen auf die Stirn und verjagte so das ganze Trugbild des Feindes.

s
curriculis C.
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ut et A; ut eͣt B; Et ut C.
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sacrosancta C.
v
signans C.