SED SPES BEATĘ uuiboradę secrete conuersandi apud
Georgii (Georii) cella in montibus
sita; Zelle bei St. Georgen
Aber die Hoffnung der seligen Wiborada auf ein Leben in der Einsamkeit bei der Zelle des obengenannten Martyrers blieb nicht lange eine Hoffnung, weil von überall her Leute zu ihrer Heiligkeit strömten, die ihr das für den Leib Notwendige brachten und dafür Heilmittel für Leib und Seele von ihr erhielten. Von diesen Dingen bestimmte sie einen Teil für die Speisung der Armen, den anderen aber für den Empfang demütiger Frauen, die zu ihr alljährlich zu kommen und in geistlichem Jubel das Brot zu brechen pflegten. Dieses Liebeswerk bezeichnete eine, die reicher war als die übrigen, als elende Armseligkeit und verschmähte es im folgenden Jahr, zu ihr zu kommen, indem sie erklärte, sie habe ihre Krümel nicht nötig. Als die übrigen wegen ihrer Abwesenheit traurig waren, tröstete sie die selige Jungfrau und sagte: «Tröstet euch, Schwestern, denn es wird kommen der Tag, da sie gern da wäre, wenn sie nur könnte.»
Also sank sie, wie jene gesagt hatte, ins Bett, und als die Krankheit sie schwächte und in Todesangst brachte, gestand sie ihrem Mann, was für ʻPrunkworteʼ sie gegen die Jungfrau geschleudert hatte. Sie wünschte, ihr vor Augen gebracht zu werden. Diesen Worten leistete der Mann Folge und brachte sie dorthin. Die Jungfrau tadelte ihren Trotz, segnete das Brot und gab ihr davon. Als sie gekostet hatte, kam sie sofort wieder zu Kräften und kehrte unter frohen Danksagungen zurück.