XVIII

SED SPES BEATĘ uuiboradę secrete conuersandi apud cellam supradicti martyris non diu erat spes · quia undique p. 443 ad eius sanctitatem confluxerant · corpori necessaria ei deferentes · et corpori et animę salubria ab illa recipientes · De quibus partim destinauit ad pauperum refectionem · partim uero ad deuotarum mulierum susceptionem · quę ad illam annuatim uenire consueuerant · et in spirituali tripudio panem frangere · Quam caritatem quędam opulentior cęteris opprobrio egestatis ascribens · dedignata est ad eam insequenti anno uenire · dicens se eius fragmentorum non esse indigam · De cuius absentia cum cętere mestę fuissent · beata uirgo consop. 444lans eas dixit · Consolamini sorores · ueniet enim dies quando libenter adueniret · si posse ei non deesset · Igitur iuxta uerbum eius in lectum decidens · cum egritudo inualescens redigeret eam in desperationem uitę · confessa est marito suo · cf. Horat., Ars poet. 97quas ampullas emisit contra beatam uirginem · optans ut eius obtutibus praesentaretur · Cuius uotis maritus allubescens · detulit eam illuc · At uirgo illius contumaciam redarguens · benedicens panem dedit ei · Quo degustato extimplo conualuit · atque laetabunda cum gratiarum actione p. 445 repatriauit ·

Aber die Hoffnung der seligen Wiborada auf ein Leben in der Einsamkeit bei der Zelle des obengenannten Martyrers blieb nicht lange eine Hoffnung, weil von überall her Leute zu ihrer Heiligkeit strömten, die ihr das für den Leib Notwendige brachten und dafür Heilmittel für Leib und Seele von ihr erhielten. Von diesen Dingen bestimmte sie einen Teil für die Speisung der Armen, den anderen aber für den Empfang demütiger Frauen, die zu ihr alljährlich zu kommen und in geistlichem Jubel das Brot zu brechen pflegten. Dieses Liebeswerk bezeichnete eine, die reicher war als die übrigen, als elende Armseligkeit und verschmähte es im folgenden Jahr, zu ihr zu kommen, indem sie erklärte, sie habe ihre Krümel nicht nötig. Als die übrigen wegen ihrer Abwesenheit traurig waren, tröstete sie die selige Jungfrau und sagte: «Tröstet euch, Schwestern, denn es wird kommen der Tag, da sie gern da wäre, wenn sie nur könnte.»

Also sank sie, wie jene gesagt hatte, ins Bett, und als die Krankheit sie schwächte und in Todesangst brachte, gestand sie ihrem Mann, was für ʻPrunkworteʼ sie gegen die Jungfrau geschleudert hatte. Sie wünschte, ihr vor Augen gebracht zu werden. Diesen Worten leistete der Mann Folge und brachte sie dorthin. Die Jungfrau tadelte ihren Trotz, segnete das Brot und gab ihr davon. Als sie gekostet hatte, kam sie sofort wieder zu Kräften und kehrte unter frohen Danksagungen zurück.