UENERABILIS IGITUR uirgo · post conuersionem Hitto, frater S. Wiboradae
Die ehrwürdige Jungfrau aber ʻglaubteʼ nach der Bekehrung ihres Bruders, ʻdamit sei nichts erreichtʼ, wenn sie nicht auch selbst ihren geistlichen Vorsatz verstärkte, rief zwei ihrer Dienerinnen, die ihr vor den übrigen treu zu sein schienen, und enthüllte ihnen ihren Willen: Sie wollte sich nicht mehr an so leckeren Speisen gütlich tun wie früher, noch ʻauf elastischen Polsternʼ ruhen. Trotzdem sollte alles nicht weniger aufwendig bereitet werden, als wenn sie tatsächlich davon Gebrauch machen wollte. Sie führten bereitwillig die Anordnung ihrer Herrin aus und stellten Gemüse oder Hülsenfrüchte mit Fleisch auf den Tisch. Sie aber führte immer wieder Fleisch zum Munde und täuschte so den Mund und die Leute, die glaubten, sie esse Fleisch; denn insgeheim tat sie es beiseite, um durch Enthaltsamkeit von Fleisch geistig gefestigt zu werden. Nach einer Weile tat sie so, als ob sie vor Sättigung nicht mehr könne, und gab es den Armen oder denen, die ihr aufwarteten. In ähnlicher Weise wurde auch ihr Bett prächtig gerichtet, aber nur für den Augenblick; denn wenn die ihr weniger Vertrauten gegangen waren, ordnete sie an, daß unter ihr eine härene Decke ausgebreitet und ein Stein unter den Kopf gelegt werde. Und so ruhte sie ein wenig; dann aber, wenn ʻden Sterblichen der Schlaf willkommenʼ ist, erhob sie sich, betrat heimlich die Kirche und bat Gott demütig kniend für ihre Sünden um Vergebung. Oft aber suchte der Teufel, der Verfolger der Tugenden, sie, wenn sie zur Kirche ging, abzuschrecken, bald, indem er vor den Kirchentüren wie ein Schwein grunzte, das heißt, von der alten Erlaubnis Gebrauch machte, die er gegen die Schweineherde hatte. Dann wieder kroch er in Gestalt eines Frosches vor die Augen der ins Gebet versunken Daliegenden. Aber geschützt durch den ʻSchild des Glaubensʼ und das ʻSchwert des Geistes, welches ist das Wort Gottesʼ, verscheuchte sie alle Zauberkraft des Feindes.
- x
- ex delicioseis corr. C.↩
- y
- deest C.↩