MEMORATUS ITAQUE Hitto, frater S. Wiboradae
Hitto, frater S. Wiboradae
Als der erwähnte Kleriker [Hitto] die Priesterwürde erlangt hatte, bemühte er sich, ohne Sünde zu leben und ʻder Mann einer einzigen Frauʼ zu sein, nämlich der Kirche. Da er sieben Mal am Tag zum Lobe Gottes den Psalmgesang anstimmte, begann die selige Jungfrau, die mit ihm alle Güter gemeinsam hatte, in ihn sehr heftig zu dringen, daß er sie auch im Worte lehre. Diese ihre Bitte versprach er zu erfüllen. Am Anfang brannte er auch noch vor Eifer im Unterrichten, aber dann wurde seine Begeisterung allmählich lauer und erkaltete schließlich ganz. Da wurde er plötzlich nachts in einer Vision zurechtgewiesen und geheißen, sich der Speise zu enthalten, bis er seine Schwester den fünfzigsten Psalm [ [Gott, sei mir gnädig] gelehrt habe. Denn die vorangehenden hatte Wiborada von ihm gelernt; nur dieser war von den ersten fünfzig noch übrig. Was weiter? In der Nacht noch stand er auf, holte die Schwester, eröffnete ihr die Vision und erklärte sich zum Unterricht bereit. Da wurde zu einem der zum Lernen ermahnt, der zuvor sich geweigert hatte zu lehren. Nachdem sie so die fünfzig Psalmen nach und nach von ihrem Bruder gelernt hatte, lernte sie den Rest vom heiligen Geiste als Lehrmeister.
- n
- ultima i supr. lin. A.↩
- o
- in add. C.↩
- p
- deest C.↩
- q
- ita A C (pro catechizaret); kathezizaret B.↩