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QUADAM ITAQUE CElebri festiuitatek · cum parentes eius ad ęcclesiam processuri · decentius solito ornarentur · illa p. 403 sciens deum magis delectari in puritate cordis quam in uestium nitorel · noluit priuati consuetudinem uestitus mutare · Sed parentes eius more sęcularium occasionem improperii fugientes · cf. Sir 3,3nam sicut in patre filia · ita et in filia pater · honoratur · iusserunt eam desistere ceptis · Quorum iussioni illa honorem deferens · decoris amicta uestimentis · capitalibusque compta redimiculis · iter cum eis aggressa est · Pergentibus autem illis · uirgo caput grauiter dolere coepit · Prv 3,12quia dominus qui eam dilexit corripuit · ut ista correptio quasi premonitio esset obseruandę humilitatis · ne uip. 404tium elationis propter exteriorem uestis candorem allapsum · interius obfuscaret cordis splendorem · Contra quam allapsionem · etiam pastorem aecclesiae sibi traditas oues cautificare estimo · ubi dicit · I Tim 2,9non in ueste preciosa · Confestim uero sentiens per spiritum se diuina uisitatione commonitam · equi cui insidebat dorsa descendendo releuans · theristrum cum omni uittatoria compositione detrahens · numquam deinceps huiusmodi ornamentis usa est · Cumque comites ut equum reascenderet hortarentur · penitus non consensit · sed pedep. 405stri itinere usque ad ęcclesiam peruenit · Illa dies in tantumm inceptiua fuit rebus transitoriis renuntiandi · ut etiam matrimonii contractione in animo spreta · fratri suo hittoni apud coenobium sancti GALLI in scolis agenti · magis quam procis aduentantibus se commendare studeret · ea quibus indigebat per fideles internuntios mittendo ·

An einem hohen Festtag, als ihre Eltern im Begriff, in die Kirche zu gehen, schöner als üblich geschmückt waren, wollte sie, wohl wissend, daß Gott sich mehr an der Reinheit des Herzens als am Prunk der Kleider freut, nichts an ihrer üblichen schlichten Tracht ändern. Aber die Eltern wollten nach Art der Kinder dieser Welt keinen Anlaß der Schande bieten — denn wie die Tochter im Vater geehrt wird, so auch der Vater in der Tochter — und befahlen ihr, von ihrem Vorhaben abzulassen. Diesem Befehl erwies sie ihre Achtung; sie machte sich mit ihnen auf den Weg, angetan mit schönen Kleidern und das Haupt mit Leinenbändern geziert. Als sie aber dahinzogen, überfielen die Jungfrau heftige Kopfschmerzen, da sie ʻder Herr, der sie liebte, züchtigteʼ, so daß diese Züchtigung gleichsam eine Ermahnung war, sich an die Demut zu halten, damit nicht das Laster des Stolzes, das sich durch den äußerlichen Glanz des Kleides eingeschlichen hatte, den inneren Glanz des Herzen verdunkle. Gegen diese Anfechtung beschützt, so glaube ich, auch der Hirte der Kirche die ihm anvertrauten Schafe, wo er sagt: ʻNicht in prächtiger Kleidung!ʼ Sobald sie aber durch den Geist spürte, daß sie durch göttliche Heimsuchung ermahnt werde, stieg sie ab, erleichterte den Rücken des Pferdes, auf dem sie saß, zog den Schleier mit allem Bänderschmuck herunter und benutzte fortan niemals mehr solchen Schmuck. Als ihre Begleiter sie aufforderten, doch wieder aufs Pferd zu steigen, gab sie durchaus nicht nach und legte den Weg bis zur Kirche zu Fuß zurück. Dieser Tag bedeutete den Anfang ihres Verzichts auf weltliche Dinge, der so weit ging, daß sie eine Eheverbindung in ihren Gedanken verachtete. Lieber als den Freiern, die häufig erschienen, vertraute sie sich ihrem Bruder Hitto an, der in die Schule des Klosters des heiligen Gallus ging, — und übermittelte ihm durch treue Boten das, was er nötig hatte.

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die celebri festiuitate C.
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nitorei C.
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intantum supr. lin. C.