XXVI (22-23)

Non post multum autem comperto ad monasterium eiusdem ducis aduentu · cumb abbas tyranno loco cederet · ilico ut aduenit · eum ad se accersiri praecepit · Quem aduenientem durec suscipiens · asperis uerbis de singulis sibi per uisionem ostensis ualde increpauit · et hoc addidit · Cur inquit hunc adis quem tud tantis iniuriis afflixisti? Crucem eius auream cum sanctorum reliquiis refertam · contumaciter de isto loco tecum asportare ausus es · At ille cum hanc non sponte sed monachis offerentibus et sibi dantibus se suscepisse testareture · non propter amorem tuum ait hoc fecerunt · sed propter timorem · etf nisi reddideris ut loco sancto unde ablata est restituatur · scias uitam tuam in periculo et in extremis constitutam · Cunque de omnibus pro quibus erat admonitus emendationem dignam promitteret · et crucem sanctam aliaque quam plurima iniuste ablata se reddere paratum fore · inquit inter alia · Domina karissima · scio quia mulier sancta es · ora pro me et suscipe me in orationem tuam · At illa · si iuxta promissa tua inquit coram deo et sanctis eius mihi satisfeceris · faciam uoluntatem tuam · Quo audito · uertens se ad altare iurisiurandi affirmatione omnia secundum condictum se facturum · et deinceps emendaturum spopondit · Quem his uerbis suscipiens · data licentia cum se parumperg a sanctis eius obtutibus auertisset · iterum eum ad se uocans inquith · Prouisores monasterii relicti fratres circa tuumi aduentum solliciti · mane consiliantur quo thesauro honorare te possint · En ego tuę incolomitatik consulens praedico · quia calicem aureuml cum patena tibi donom offerentn · caue ne suscipias · Quod si susceperis · et ista quę promisistio non impleueris · scias tibi longi temporis uiuendi spacium esse denegatum · At ille promissis promissa superadiciensp benedictione percep134vbta ad domicilium sanctę rachildę processit · Quę a spirituali matre praemonita · illis uerbis similia promittentem · humiliter suscepit ac dimisit · (23) Mane facto · sicut sancta uirgo praedixerat · inito consilio monachiq sacratar uasa id est calicem aureum cum patena quia aliud non habuerunt · duci pro munere obtulerunt · Quę dona suscipiens · oblitus sui iuramentis et sponsionis quam uirgini deo dignę promiserat ad propria remeauit ·

Herzog Burchard in St. Gallen

Als sie aber wenig später von der Ankunft ebendieses Herzogs im Kloster erfuhr, gebot sie, da der Abt vor dem Tyrannen aus dem Kloster wich, gleich bei seiner Ankunft, daß er zu ihr gerufen werde. Als er kam, empfing sie ihn streng und schalt ihn mit harten Worten sehr ob aller Taten, die ihr im Traum kundgetan waren, und fügte hinzu: «Warum gehst du zu dem, den du mit solchen Untaten bedrängt hast? Du hast es gewagt, sein goldenes und mit Heiligenreliquien gefülltes Kreuz trotzig von diesem Ort mit dir fortzuschleppen.» Als er aber versicherte, daß er es nicht aus eigenem Antrieb an sich genommen hätte, sondern weil es ihm die Mönche angeboten und gegeben hätten, sagte sie: «Nicht aus Liebe zu dir, sondern aus Furcht haben sie es getan, und wenn du es nicht wieder zurückgibst, damit es dem heiligen Ort, von dem es weggeschafft wurde, zurückerstattet wird, so sollst du wissen, daß dein Leben in Gefahr und nahe dem Ende ist». Und als er für alles, weswegen er ermahnt worden war, eine angemessene Besserung versprach und daß er auch bereit sei, das heilige Kreuz und vieles andere zu Unrecht Weggenommene wieder zurückzugeben, sagte er unter anderem: «Teuerste Herrin, ich weiß, daß du eine heilige Frau bist. Bitte für mich und nimm mich in dein Gebet auf!» Sie aber erwiderte: «Wenn du mir gemäß deinen Versprechungen vor Gott und seinen Heiligen Genüge getan hast, werde ich deinen Willen tun». Als er dies vernahm, wandte er sich zum Altar und gelobte unter Eid, daß er alles im Sinne der Verabredung tun und sich bessern werde. Nach diesen Worten nahm sie ihn [in ihr Gebet] auf, gab ihm die Erlaubnis [zu gehen], und als er sich schon ein wenig von ihren heiligen Augen entfernt hatte, rief sie ihn zurück und sagte: «Die als Verwalter des Klosters zurückgelassenen Brüder, die über dein Kommen beunruhigt sind, beraten morgen, mit welchem Schatz sie dich ehren könnten. Wohlan, in Sorge um dein Wohlergehen sage ich voraus, daß sie dir einen goldenen Kelch mit der Schale als Geschenk anbieten werden. Hüte dich, es anzunehmen! Wenn du es annimmst und das, was du versprochen hast, nicht erfüllst, so wisse, daß dir ein langes Leben verwehrt bleiben wird». Jener aber fügte seinen Versprechen noch weitere hinzu, empfing ihren Segen und begab sich zum Haus der heiligen Rachild. Diese war von ihrer geistlichen Mutter gewarnt, nahm ihn, der mit solchen Worten ähnliches versprach, demütig auf und entließ ihn wieder. Am Morgen boten die Mönche, wie es die heilige Jungfrau vorhergesagt hatte, nach vorausgegangener Beratung dem Herzog geheiligte Gefäße, nämlich einen goldenen Kelch mit Schale, als Geschenk an, da sie nichts anderes hatten. Er nahm die Geschenke, vergaß Schwur und Gelöbnis, die er der gottgefälligen Jungfrau geleistet hatte, und kehrte nach Hause zurück.

b
supr. lin. S.
c
dyre A W; dire Boll.
d
deest A.
e
testaretur·illa ait· Non A.
f
Sed Boll.
g
paurumper A.
h
ait A.
i
deest A.
k
incolumitati Boll.
l
auream A!
m
deest A Boll.
n
offerunt A S W.
o
promisti A.
p
adiciens A W; adjiciens Boll.
q
fratres A.
r
sancta Boll.
s
deest S; in marg. suppl. W.