p. 535NEC HOC SILENTIO pretereundum · quantam pietatem uirtus diuina ostendere dignata est
ob merita uirginis atque martyris suę planius declaranda · supra fidelem seruam eius
Kebini (Kebeni, Kebenina) fidelis ministra, una
e duabus ancillis
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Rachilda reclusa
Rachilda reclusa
Kebini (Kebeni, Kebenina) fidelis ministra, una
e duabus ancillis
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Eggibertus (Egibertus) archipresbyter basilicae S. Magni
Kebini (Kebeni, Kebenina) fidelis ministra, una
e duabus ancillis
Georgii (Georii) cella in montibus
sita; Zelle bei St. Georgen
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Ethiops
Iob (propheta)
Auch das darf nicht mit Schweigen übergangen werden, welche Gnade die Kraft Gottes zu erweisen geruhte, um die Verdienste seiner Jungfrau und Martyrin über ihre treue Magd Kebini noch klarer zu zeigen. Nach dem Tod der seligen Wiborada hatte sie nach deren Verfügung und Anordnung der seligen Rachild treu und anhänglich gedient. Aber Rachild wurde fast während ihres ganzen Lebens von häufigen Krankheiten gequält. Die Dienerin aber, von der ich sprach, hatte von der seligen Wiborada gelernt, ein Getränk gegen deren gewöhnliches Leiden zu mischen. Als sie dieses eines Tages in einem kleinen Topf aufs Feuer setzen wollte und sich also vorbeugte, stieß sie der Teufel, der Feind beider Lieben [der tätigen und beschaulichen], mit einem unsichtbaren Stoß ins Feuer. Als sie sich lange darin hin- und herwälzte und jämmerlich verbrannt wurde — es stand nämlich niemand dabei, der sie hätte herausziehen können —‚ da entkam sie endlich durch das Mitleid Gottes und, wie wir glauben, die Hilfe der seligen Martyrin den Flammen und ließ sich auf einem Sessel, der daneben stand, nieder. Lange später kam eine ihrer Mitdienerinnen, und andere traten zusammen mit dem obengenannten Priester Eggibert in den Raum. Und als sie sie so verbrannt sahen, wunderten sie sich über ihr ungewohntes Aussehen. Als sie aber fragten, ob sie Kebini sei, antwortete sie, als sie wieder ein wenig zu Bewußtsein kam: «Ich bin’s. Staunt nicht, ich bitte euch, und wundert euch nicht. Das hat der böse Feind getan. Aber dieses Unglück hat mich nicht als gänzlich Ahnungslose ereilt. Denn als ich in der Zelle des heiligen Georg bei meiner Herrin Wiborada wohnte, geriet ich in eine äußerst schwere Krankheit, und als es um Leben und Tod ging, sah ich plötzlich einen sehr schönen Jüngling neben meinem Kopf stehen, und noch einen weiteren in der Gestalt eines häßlichen Äthiopiers. Den schalt der schöne: «Was stehst du hier, blutige Bestie? Bei anderer Gelegenheit wird dir später die Macht noch gegeben werden, diesen Leib zu verletzen; über die Seele aber ist dir, wie du weißt, weder jetzt noch später Macht zugestanden.» Nun denn, jetzt ist der Zeitpunkt der Verletzung da. Ich hoffe aber auf das Mitleid des Herrn, wenn ich ihm wie der Prophet [Job] zum Untergang des Fleisches übergeben bin, daß er auch meine Seele wie dessen Seele rettet.» Es ist wunderbar zu berichten: man hätte sehen können, wie sie an einer Seite bis zur Brust so verbrannt war, daß die Knochen und etwas vom Inneren sichtbar war; doch das Kleid war nicht versehrt. Auf der anderen Seite aber war das Kleid verbrannt und das Fleisch überhaupt nicht verletzt.
- h
- consuetudineriam (e partim eraso) B.↩
- h
- contra - infirmitatem desunt C.↩
- i
- wiborade C.↩
- k
- concrematam C.↩
- l
- deest C.↩
- m
- ethypos B.↩