IV

SOROR ERAT HUICh BEatę martyri nomine vuillidruda · cf. Hieron., epist. 66,2,1 etc.tricesimum possidens gradum · Haec cum haberet natam · rogabatur a uirgine sorore · ut hanc permitteret aliquot dies secum morari · Qua permittente · cum apud materteram paucos exegisset soles · infirmatai · morti debitum soluit · Mater autem post aliqua annorum curricula · morte intercedentek soluta a lege uiri · coepit frequentare tumulum martyrizate sororis · ibique diuinis laudibus die noctuque se occupans · in gradu sexagesip. 520mo a morte inuenta est · Huic adhuc in corpore degenti · quodam matutino crepusculo predicta filia eius hilari uultu apparens · huiuscemodi uerbis ad eam usa est · Num uigilas mater? Quę respondit · vigilo · Surge inquit · et dic auunculo meo · quod domna mea uuiborada egre feret · eius thesaurum illius neglegential tam diu celari · At illa suspicans de thesauro pecunię · dixit · Qualem thesaurum credenda est occuluisse · quam sperabamus consortem uerę beatitudinis in cęlis · eo quod in terris posita · non sperare uisa p. 521 est in pecunia et thesauris? Cui illa · Non est inquit ita ut tu suspicaris · nam inuentio thesauri · tollet tibi huiusmodi suspectum · Mox igitur linquens stratum adiit fratrem · sibique per somnium reuelatan nuntiauitn · Nec mora · surgitur a sacerdote · atque una locum sepulchri uirginis adeuntes · uiderunt illius pectinem sine appendiculo ab aere sustentari · Quem cum soror presbyteri manu tangeret · cecidit eio in manum · Tunc ille indignatus · uoluit enim plures testes huius miraculi fieri · suscepit eundem pectinem · atque p. 522 ad claustrum properans · abbati · cętereque congregationi eum presentauit · simul omnia de uisione in presentandop retexens · Quem pater monasterii reuerenter suscipiens · illa mirabili sustentatione audita exosculatur · laudesque et gratias pro eius inuentioneq deo omnipotenti persoluens · die eadem argento inclusum · ad tumbam uirginis appendi praecepit ·

Die selige Martyrin hatte eine Schwester mit Namen Willidrud. Diese stand im dreißigfachen Stand [dem Ehestand, cf. Mt 13,8], und als sie eine Tochter hatte, wurde sie von ihrer jungfräulichen Schwester gebeten, sie solle erlauben, daß diese einige Tage bei ihr bleibe. Als diese das erlaubte und sie sich einige Tage bei der Tante aufgehalten hatte, erkrankte sie und fiel dem Tode anheim. Die Mutter aber wurde nach Ablauf einiger Jahre nach dem Tod ihres Mannes Witwe und begann das Grab ihrer Schwester, die zur Martyrin geworden war, zu besuchen, und dort hielt sie sich unter Gottes Lob Tag und Nacht auf, bis sie im sechzigfachen Stand [dem Witwenstand, cf. Mt 13,8] vom Tod heimgesucht wurde. Aber als sie noch in ihrem Leibe war, erschien ihr in der Morgendämmerung ihre erwähnte Tochter mit freudigem Gesicht und sprach mit folgenden Worten zu ihr: «Bist du wach, Mutter?» Diese antwortete: «Ich bin wach.» — «Steh auf», sagte sie, «sag meinem Onkel [Hitto], meine Herrin Wiborada sei unwillig darüber, daß ihr Schatz durch seine Sorglosigkeit so lange verborgen bleibt.» Diese nun glaubte an einen Geldschatz und sagte: «Welchen Schatz soll sie verborgen haben, von der wir hofften, sie habe im Himmel an der wahren Glückseligkeit teil, wo sie doch, als sie noch auf der Erde war, nicht auf Geld und Schätze zu hoffen schien?» Darauf antwortete jene: «Es ist nicht so, wie du vermutest; der Fund des Schatzes wird dir einen solchen Verdacht nehmen.» Bald verließ sie da das Bett, ging zum Bruder [Hitto] und berichtete ihm, was ihr im Traum offenbart worden war. Und unverzüglich wurde sie von dem Priester aufgerichtet, und sie gingen gemeinsam zur Grabstätte der Jungfrau. Da sahen sie ihren Kamm, der, ohne an irgendetwas zu hängen, von der Luft getragen wurde. Als ihn die Schwester des Priesters mit der Hand berührte, fiel er ihr in die Hand. Da war jener unwillig, denn er wollte, daß mehrere Zeugen dieses Wunders würden. Er nahm den Kamm, eilte zum Kloster, zeigte ihn dem Abt und der übrigen Gemeinschaft und erzählte beim Herumzeigen alles über die Vision. Der Abt des Klosters nahm ihn ehrerbietig auf, und als er von dem wunderbaren Schweben gehört hatte, küßte er ihn, lobte und dankte dem allmächtigen Gott für seine Auffindung und ordnete noch am selben Tag an, daß er in Silber gefaßt ans Grab der Jungfrau gehängt werde.

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huius beate martyri B!
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deest C.
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interveniente C.
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negligentia B C.
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reuelata deest B.
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Mox - nuntiavit desunt C.
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deest C.
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in presentando deest C.
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deo mirabili add. C.