PREDICTUS IGITUR Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Constantia; Konstanz
Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Enoch
Noe
Abraham
Als der genannte Bischof von Konstanz die Unschuld der seligen Wiborada erkannt hatte, faßte er stärker Zuneigung und Wohlwollen ihr gegenüber, und zwar so sehr, daß er, besorgt, die weltlichen Unruhen könnten sie am Dienste Gottes hindern, daran dachte, sie irgendwo einer geistlichen Gemeinschaft von Nonnen einzureihen, wo sie ohne Unterbrechung beten könne. Deshalb schickte er seine Diener mit dem Auftrag, sie auf Pferden zu ihm zu führen. Ihnen gewährte sie freundlich Unterkunft und alles, was sie sonst noch nötig hatten, und ließ sie am folgenden Tage mit den Pferden zurückkehren; sie aber kam in Begleitung zweier Mägde zu Fuß nach Konstanz. Der Bischof nahm sie ehrenvoll auf und machte ihr etwas Vorwürfe, weil sie die Pferde verschmäht habe. Als ihnen nahe bei der Kirche eine Unterkunft angewiesen worden war, ließ der Bischof die beiden Mägde kommen, von denen ich sprach, und fragte sie, was sie an Speisen gewöhnlich zu sich nehme. Die aber antworteten, wie ihnen vorher befohlen war, ihre Herrin enthalte sich keiner Speisen, die ein Christ essen dürfe. Das lobte er, denn er hatte in der Genesis gelesen, daß ʻalles sehr gut warʼ, was Gott geschaffen hat. Deswegen brauche sie nichts zurückzuweisen, da weder Enoch, der als erster ʻvor Gott Gefallen gefundenʼ habe, noch Noe, der einzige Gerechte zur Zeit der Sintflut, noch Abraham, der Freund Gottes, noch die übrigen Gerechten sich davon enthalten hätten, wie man lesen kann. Daher ordnete er an, alles Notwendige reichlich zu geben. Aber sie schwächte in gewohnter Weise ihren Leib durch Fasten, ʻverteilteʼ fast alles, was ihr zum Essen gereicht wurde, ʻund gab es den Armenʼ. Kaum alle zwei oder drei Tage kostete sie gegen Abend ein wenig Brot und Wasser.
- k
- Quam – equitatum omisit C.↩
- l
- deest B C.↩