Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Uodalricus, Augustae
episcopus
Gallus
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Augusta; Augsburg
Uodalricus, Augustae
episcopus
Guter Rat für Ulrich
Zu jener Zeit war unser Bruder und Abt Salomo Bischof geworden. Da er uns auf einzigartige Weise liebte, und da die Brüder und er selbst fürchteten, daß sie nach seinem Tode wieder fremder Herrschaft übergeben würden, wie es vor ihm war, traten sie auf seinen Wink insgeheim an Ulrich heran und rieten ihm, das Mönchsgewand zu nehmen und sich in den Dienst Gottes und des heiligen Gallus zu stellen mit der Abmachung, daß er alsbald, wenn er die Stellung eines Vaters angenommen hätte, als Abt nach jenem eingesetzt würde. Als er nun ihren Wunsch vernahm, versprach er in der Hoffnung, dies könne auch gemäß dem Plane Gottes geschehen, daß er in jeder Hinsicht bereit wäre, ihrem Ansuchen zu entsprechen. Und als ein Verständiger, der weiß, daß geschrieben steht: ʻTu alles mit Rat, und du wirst nach der Tat nichts bereuenʼ, suchte er sofort seine Wiborada auf und eröffnete ihr ʻder Reihe nachʼ das Ersuchen der Brüder und sein Versprechen. Jene aber sagte ihm: «Mein Sohn, komm nach drei Tagen wieder und höre die Worte meiner Antwort. Währenddessen sollst du nicht nachlassen, den Herrn um Erbarmen anzuflehen, damit er sich würdige, uns gemäß dem ihm wohlgefälligen Willen und seiner Barmherzigkeit einen Rat in deiner Sache zu zeigen». Nach Verlauf der von seiner heiligen Herrin gesetzten Frist kam er und stand vor dem Fenster. Sie öffnete und sagte zu ihm: «Mein Sohn, willst du gern hier Mönch und Abt werden?» Er aber gab zur Antwort: «Wenn es der Wille Gottes ist, bin ich gern ʻzu beidem bereitʼ». Sie jedoch entgegnete: «Wende deinen Sinn in eine andere Richtung. Weder Mönch noch Abt kannst du hier werden. Aber werde nicht traurig und fürchte nicht, daß deine Mühen, durch welche du dich im Dienst an Gott übst, beim Herrn vergessen wären; du sollst Bischof in einer östlichen Gegend werden. Lange Zeit wirst du glücklich verbringen. Wisse aber, daß du große Not und ʻviel Widrigesʼ ʻvon Heiden und Christenʼ erleiden mußt. Die meisten deiner Getreuen werden getötet, die Orte verwüstet werden, vielen Gegenden steht diese Not und Verwirrung bevor. Und du sollst wissen, daß du, wenn sich der Sturm gelegt hat, die restliche Zeit, die du noch lebst, in friedvoller Ruhe verbringen wirst». Als er das vernahm, sagte er Gott und der heiligen Jungfrau Lob und Dank und ging zwischen Hoffnung und Furcht schwankend mit Freude fort. Alles vom heiligen Geist der ehrwürdigen Jungfrau Enthüllte, das wir nannten, haben wir erfüllt gesehen.
- x
- abitum Boll.↩
- y
- beati A W Boll.↩
- z
- eis] deest A; eius W Boll.↩
- a
- penitebis A W; poenitebis Boll.↩
- b
- suorum add. S W Boll.↩
- c
- deest A W S.↩
- d
- sancta domina] virgine A.↩
- e
- ad utrumque omisit A.↩
- f
- hic abbas prosecutus est et delevit S.↩
- g
- pertimescas A.↩
- h
- deges Boll.↩
- i
- transquillitate W.↩
- k
- abscessit A W Boll.↩