PER ID TEMPORIS ęgrotabat beata Rachilda reclusa
Um diese Zeit erkrankte die selige Rachild und wurde von solcher Schwäche erfaßt, daß sie beinahe drei Tage und Nächte hindurch geradezu bewußtlos dalag. In der dritten Nacht aber erlangte sie um die Zeit des Hahnenschreis wieder ein wenig das Bewußtsein und begann die Hilfe der Martyrin zu erflehen. Die geistige Mutter nun erhörte die Stimme ihrer Tochter in der Not und erschien mit hellen Strahlen eines himmlischen Lichts und dem Duft eines süßen Wohlgeruchs und lehnte ihr Haupt an das der Darniederliegenden, ʻlegte ihre Hand leicht auf ihre Brustʼ und verharrte so eine Weile. Nach kurzer Zeit aber wurde sie zusammen mit dem Licht den menschlichen Blicken entzogen, doch der Duft von Wohlgeruch hielt sich bis zum Morgen. So wich die Schwäche von der Tochter, als die Mutter kam, und als sie ging, kehrte die alte Gesundheit zurück.