In Frichgowe, pagus; Frickgau
Araris fluvius; Aare
Alamannia, provincia; Alemannien
Rhenus (Renus) fluvius; Rhein
Blitdruda (Pliddruda) B. Rachildae germana
Rachilda reclusa
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Gallus
Erscheinung vor der Schwester Rachilds
Im Frickgau, an dessen einer Seite die Aare vorbeifließt und dessen anderen Teil der edelste aller Flüsse, der Rhein, Alemannien durchströmend benetzt, führte Blitdrud als Mutter und Hausfrau ein lobenswertes Leben im Laienstand, eine Schwester der seligen Rekluse Rachild. Diese geriet durch Krankheit in so große Beschwerden, daß sie die Fähigkeit zu essen, zu trinken, zu gehen, zu sitzen oder sich ein wenig auf dem Bett auszuruhen, verlor und in ihren letzten Zügen zu liegen schien. Als sie lange Zeit, durch so große Entkräftung hart mitgenommen, dahinsiechte, da erbarmte sich ihrer endlich die göttliche Milde, die die auf sie Hoffenden zu ihrem Heil züchtigt, um sie zu retten. Sie schöpfte etwas Atem mit ihrer kranken Brust und flehte, so sehr sie konnte, die selige Jungfrau um Hilfe an. «Seligste Jungfrau Wiborada und würdigste Martyrin Christi», sprach sie, «steh mir Armen, die ich sehr leide, bei. Denn ich weiß und glaube, daß du in der Gnade Gottes mit deinen Bitten die Krankheit, die gegen mich kämpft, eine Zeitlang lindern kannst, damit die lange geplagten Glieder ein wenig ausruhen können.» Als sie vor flehentlichen Bitten müde war, wie sie später berichtete, und weder schlief noch völlig wach war, sah sie, daß ihr die heilige Jungfrau zur Seite stand und in ihrer Hand das Stückchen einer hyazinthenen Haut hielt, das Ähnlichkeit mit einer Scheide hatte, mit der man Schwerter zu umhüllen pflegt. Indem sie diese über sie warf, sagte sie: «Du hast von mir gewünscht, daß du ein wenig schläfst. Ruhe dich aus und schlafe mit dem Segen des Herrn.» Sofort fiel sie in die Süße eines heilsamen Schlafes und schlief jene Nacht und einen großen Teil des folgenden Tages. Alsdann erwachte sie und rief die, die dageblieben waren, um bei ihr zu wachen, mit den Worten: «Gebt mir rasch zu essen, damit ich meinen durch Krankheit und Hunger beinahe aufgezehrten Körper wieder etwas belebe, da ich an keinem Übel mehr leide. Denn durch die Gnade Gottes und durch die Verdienste meiner Herrin Wiborada bin ich von dieser Krankheit befreit.» Als sie die Leibeskräfte nach kurzer Zeit wieder völlig zurückgewonnen hatte, eilte sie zum Kloster des heiligen Gallus, besuchte sogleich das Grab der heiligen Jungfrau und erwies für die wiedererlangte Gesundheit demütig Lob und Dank dem allmächtigen Gott und ihren Verdiensten und brachte andächtig eine Segensgabe dar.
- p
- inundans W.↩
- q
-
hiltruda A W Boll.↩Blitdruda (Pliddruda) B. Rachildae germana
- r
- melestia detinebantur W!↩
- s
- misero W.↩
- t
- -li- supr. lin. S.↩
- u
- iacens A.↩
- v
- deest A W Boll.↩
- w
- deest Boll.↩
- x
- tumulum A.↩
- y
- laudat Boll.↩