Beata igitur Wiborada (Wiberada, Wiborat)
Georgii (Georii) cella in montibus
sita; Zelle bei St. Georgen
Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Salomon [III.] Constantiensis episcopus
Rekludierung in St. Gallen; Kampf mit dem Teufel
Also verharrte, wie gesagt, die selige Wiborada beinahe vier Jahre in der Zelle des heiligen Georg im Dienst an Gott mit erprobtem Lebenswandel und im Schmuck von Tugenden. Als nun der verehrungswürdige Bischof abermals zum Kloster kam und die Einschließung, die sie ihr ganzes Leben ersehnt hatte, schon vorbereitet war, schickte er einige Mönche zu ihr und gebot, daß sie zu ihm gebracht werde. Mit wenigen folgte ihr dann der Bischof, segnete sie und verschloß die Klause. ʻAber der schreckliche Feindʼ, der auf alles Gute neidische Teufel, versuchte ihr Schrecken einzuflößen, brachte einen zottigen und schaurigen Menschenkopf mit offenstehendem Mund, wie wenn er lebendig wäre, in seiner Bosheit hervor und warf ihn vor sie hin, als sie im Gebet am Boden lag. Die heilige Jungfrau aber ließ sich durch nichts erschrecken, wich nicht von der Stelle und verharrte demütig im Gebet, wappnete ihre Stirn mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, und sogleich verschwand wie Rauch die ganze Teufelserscheinung.
- k
- deest Boll.↩
- l
- georij A W.↩
- m
- observavit Boll.!↩
- n
- nil W Boll.↩